von Jacqueline Kurjahn | Fotos: Leiterinnen St. Vitus Visbek
Was haben Peppa Pig, die Serie Bridgerton und Tetris gemeinsam? Die Antwort: Alles drei hatte einen eigenen Auftritt im Mädchenlager 2026 der Pfarrgemeinde St. Vitus Visbek. Was wir in Mirow an der Mecklenburgischen Seenplatte erlebt haben und warum das schwer zu beschreiben ist.
Der erste Sprung ins kalte Wasser fühlt sich gut an. Kaum drin, ist die Holzplattform im See „Granzower Möschen“ auch schon erreicht. Es wird gesprungen und gesungen: „Hey, hey, wer nicht hüpft, der ist kein Mädchen, hey hey.“ Ist doch klar, wir sind das Mädchenlager. Das müssten jetzt auch die restlichen Besucher des Ferienparks in Mirow-Granzow mitbekommen haben.
Rund 600 Meter weiter sind einige Mädchen und Leiterinnen in der Mittagspause am Haus geblieben. Zum See möchten sie lieber an einem anderen Tag. Der Kiosk hat geöffnet, einige Leiterinnen sind auf der Wiese unterwegs und in so manch einem Moment wird noch gerätselt: „Was spielen wir wohl gleich für ein Spiel?“ Super-Power-Quiddiditsch und das Farbige Burgenspiel können schon von der Liste gestrichen werden.

26 Leiterinnen und fünf Leiterinnen der Lagerleitung haben in diesem Jahr seit Februar das Mädchenlager der Pfarrgemeinde St. Vitus Visbek vorbereitet. Seit der Lagervorfahrt in Essen (Old.) stand der Zeitplan und das grobe Programm. Doch dann ging die Planung erst so richtig los: Was wird das Gruppenerkennungssymbol (Bandanas), welche Kostüme tragen wir am Mottotag (Strohrock) und was brauchen wir noch an Material (viel!)? Es sind nur drei der vielen Aufgaben, die die Leiterinnen und die Lagerleitung über fünf Monate beschäftigten.
Doch die Planung zahlte sich aus. Ebenso das Stillschweigen über den geheimen Lagerplan. So weiß kein Mädchen, was an diesem Nachmittag noch auf dem Programm steht. Nachdem alle vom See zurück und bereit für das Spiel sind, folgte die Auflösung: „Arcade“. Die Geschichte: Beim Zocken sind durch einen geheimnisvollen Knopf unterschiedliche Figuren aus Computerspielen lebendig geworden. Es gab nur einen Weg, damit alle wieder in ihre eigenen Welten zurückkehren: Die Mädchen müssen alle Spiele einmal spielen.

Doch das war nicht die einzige Aufgabe, die die Mädchen die Woche über zu lösen hatten. Es musste außerdem ein Verbrechen im frühen 19. Jahrhundert im adligen England aufgedeckt werden, vom Schweinchen Peppa Pig gab es auf einmal unzählige Klone und die Cookies mussten in vielen kleinen Mini-Spielen rund um das Thema Küche geschlagen werden.
Und auch wenn die Cookies Maria, Edith, Waltraud und Gerlinde dieses Spiel nicht für sich entscheiden konnten – in der eigenen Küche blieben sie unschlagbar. Tag für Tag sorgten die Vier für ein Essen, das sich so manch einer mit Sicherheit nicht unter „Essen im Ferienlager“ vorstellt. Frischer Obstsalat, ein Braten am Sonntag, Backfisch am Freitag und allein der Gedanke an die Wraps und den Brunch lässt schon Vorfreude auf nächstes Jahr aufkommen.

Langweilig wurde es in der Küche auf jeden Fall nicht. Einsam auch nicht. Wenn nicht gerade die unterschiedlichen Gruppen ihren Küchendienst absolvierten, sorgten die drei OMis von den Messdienern aus Visbek für beste Unterhaltung – und für alle notwendigen Lebensmittel. Dabei waren sie nicht nur beim Einkaufen und Wasserflaschen schleppen eine große Unterstützung. Auch bei den Spielen gaben sie alles. Auch wenn das meist nicht zur Freude der Mädchen war, denn eines konnten die drei besonders gut: Punkte klauen. Beim gemeinsamen Beachvolleyballspielen war das aber schnell wieder vergessen.

Die 55 Mädchen traten im Verlauf der Woche in sechs Gruppen in unterschiedlichen Spielen gegeneinander an. Am Anreisetag dachten sich die Gruppen dafür kreative Gruppennamen und Schlachtrufe aus: Die Lady Bells, Zitronelles, Peter Pane, Khakidu, Mirowlaner Spezi und Prilliant. Am Ende der Woche waren die Zitronellas die stärkste Gruppe. Sauer macht eben doch lustig.
Apropos Lustig. Für besonders viele Lacher sorgte wie jedes Jahr das Impro-Theater „Gute Lager, schlechte Lager“ – kurz GLSL. Angelehnt an das Reality-TV-Format „Are you the one?“ versuchten die Leiterinnen und OMis in diesem Jahr den perfekten Partner oder die perfekte Partnerin zu finden. Bei Dates lernten sie sich besser kennen und in der Villa gab es die ein oder andere Streiterei. Und wer weiß, vielleicht gab es ja sogar einen Kuss?

Alle Erlebnisse aus dieser Woche zu beschreiben scheint kaum möglich. Es reihen sich Erinnerungen an die der vergangenen Mädchenlager. Da ist der Wortgottesdienst zu dem Thema „Du bist wertvoll“, der Lagertanz zum Song „Shake it“ von Metro Station, das Kanufahren auf dem See, der Aloha-Mottotag und noch so viel mehr.
Zurück in Visbek, in den Armen der Liebsten kommt dann oftmals die Frage: „Und, wie war das Mädchenlager? Was habt ihr so erlebt?“ Die Spiele zu erklären, den Lagertanz noch einmal den Eltern zu präsentieren und vom Lieblingsessen zu erzählen ist einfach. Doch was die Woche so besonders macht, das ist für jemanden, der nicht selbst dabei war, schwer zu beschreiben.
Aus Mädchen die einander fremd waren, wurden Freundinnen. Aus einer bunt zusammengemischten Gruppe wurde ein starkes Team. Aus Leiterinnen wurden Vorbilder. Aus gemeinsamen Essen wurde so viel mehr als nur eine Mahlzeit. Aus „Macht wer Musik an?“ wurden gemeinsame Tanz- und Gesangseinlagen. Aus ersten, verhaltenen Reflexionsrunden am Abend wurden ehrliche Gespräche. Und aus 93 so unterschiedlichen Personen wurde eine Gemeinschaft. Es sind die gemeinsamen Erinnerungen, die bleiben.

DANKE an Natalie, Fina, Lisa, Jule, Isabel, Theresa, Svea, Theresa, Katharina, Hannah, Helene, Mia, Lotta, Sophia, Greta, Carolin, Jule, Ida, Lina, Greta, Sarah, Marie, Jule, Christina, Ina, Lisa, Louis, Paul, Lukas, Gerlinde, Maria, Waltraud & Edith für die Zeit, Liebe und Energie, die ihr in der Vorbereitung und im Lager gezeigt habt!
DANKE an 55 Mädchen, dass ihr in diesem Jahr mit dabei wart. Wir hoffen, ihr hattet eine tolle Woche und dass wir uns im nächsten Jahr wieder sehen! Ihr seid spitze!
BIS BALD, eure Lagerleitung mit Annika, Jac, Lea, Henrike und Sina (von links)

